Vorklinik

1. & 2. Semester 

Anatomie
Ab sofort werdet ihr bereits im ersten Semester in den vollen Genuss der Anatomie kommen. Sicher werdet ihr euch wie die Löwen auf dieses Fach stürzen und es ist für die meisten wohl auch wirklich das interessanteste aller Fächer.Um jedoch die mündlich-praktischen Testate im Kurs der makroskopischen Anatomie (kurz Präp(arier)-Kurs) zu bestehen, müsst ihr euch allerdings viel im Selbststudium aneignen möglichst frühzeitig anfangen. Und bei diesem Arbeitsaufkommen kann einem schon einmal die gute Laune und die Neugier vergehen. Aber alles ist machbar und ihr werdet euch wundern, wie viel man doch in zwei Wochen an neuem Wissen erwerben kann … tolles Gefühl!

 

Histologie
Ebenfalls neu ist die Integration der Histologie (mit Kurs der mikroskopischen Anatomie) im ersten Semester. Die Feingewebelehre stellt mit Sicherheit nicht das einfachste Fach dar und wird für viele auch noch nach vielen Jahren ein Buch mit sieben Siegeln bleiben. Lasst euch trotzdem nicht entmutigen wenn ihr stundenlang durch das Mikroskop schauen müsst, um irgendwelche bizarren Objekte deren Zusammenspiel ihr eh nicht verstehen werdet blind abzeichnet einfach durchhalten.

Embryologie
Die Embryo befasst sich, wie der Name schon sagt, mit dem gesamten vorgeburtlichen Werdegang des Menschen. Hierbei wird zunächst in einer Vorlesung im ersten Semester der allgemeine Teil besprochen. Also alle Vorgänge von der Entwicklung der Keimzellen, über den weiblichen Zyklus, Befruchtung und Einnistung des Keims bis zur Differenzierung der Grundgewebe. Dies wird dann in Testat- oder Klausurform meist in Kombination mit allgemeiner Histo geprüft.
Im zweiten Semster folgt die spezielle Entwicklung der einzelnenn Organe. Dies wird nach neuem Plan jeweils im Block mit der makroskopischen und mikroskopischen Anatomie des jeweiligen Abschnitts behandelt und im entsprechenden Testat abgefragt. Das grundlegende Verständnis der Entwicklung einzelner Strukturen ermöglicht oft einen ganz neuen Blick auf die Anatomie und macht vieles Verwirrende plötzlich verständlich. Hilfreich und spannend also.

Chemie für Mediziner
Wie ihr dem Stundenplan entnehmen könnt, werdet ihr eure gesamte Chemie nicht wie bisher im ersten Semester abschließen, sondern müsst euch damit zwei Semester rumärg… ähh beschäftigen. Ihr werdet von Anfang an in den Genuss von Chemievorlesungen über die Anorganische und die Organische Chemie kommen…(Ruhig bleiben, keine Panik!). Im Praktikum (2. Semester) bekommt ihr dann alle zwei Wochen die Möglichkeit einen ganzen Nachmittag lang so einiges explodieren zu lassen. Es werden mehrere Klausuren geschrieben, ein Eingangstestat (Grundlagen Anorganik/Organik und sicherheitstechnische Klausur) als Zugangsvoraussetzung für das Praktikum und eine Gesamtklausur am Ende des Praktikums.

Physik für Mediziner
Die Vorlesung wird euch im Verlauf des 1. Semesters kreuz und quer von der Mechanik bis zur Quantenphysik durch die Physik jagen und dabei ungemein von Herrn Gärtner aufgelockert (Achtet auf die Klingel!). Zusätzlich bieten die Physiker ein Übungsseminar an, das sehr zu empfehlen ist. Euer neu angeeignetes Wissen könnt ihr im Praktikum in die Praxis umsetzen, indem ihr jede Woche zu zweit einen Versuch macht, den ihr dann in einem umfassenden Protokoll zusammenfasst. Im Anschluss steht dann ein mündliches Testat über den durchgeführten Versuch an. Die Praktika beginne in der Vorlesungsfreien Zeit nach dem 1. Semster und setzten sich im 2. Semster fort. Um zum Praktikum zugelassen zu werden, müsst ihr allerdings erst einmal eine Online-Klausur bestehen. Zusammenarbeit ist hier unbedingt notwendig! Dieses Projekt wird vom BMBF gefördert.

Biologie für Mediziner
Biologie zählt neben Anatomie noch zu den medizinbezogensten Fächern im ersten Semester. Ihr habt Vorlesungsblöcke in Genetik, Mikrobiologie und Zoologie. Das Zoologie-Praktikum, in dem ihr die verrücktesten Kleinstlebewesen mikroskopieren und zeichnen sollt, findet nun am Ende des Semesters statt, genauso wie das Praktikum der Mikrobiologie (ausbrüten und Mikroskopieren verschiedenster Mikroorganismen) und Genetik (Stammbäume auswerten, Karyogramme kleben). Klausuren werden in allen drei Fächern nach Beendigung der Praktika geschrieben.

 

Medizinische Terminologie
… hilft, sich im Dschungel der medizinischen Fachtermini zurechtzufinden und führt den Studenten im Schnelldurchgang durch die lateinische Grammatik. Hierbei spielt es keine Rolle, welche Lateinkenntnisse ihr in der Schule erworben habt. Es werden ein Anfänger- und ein Fortgeschrittenenkurs angeboten. Für die Leute, die die Sprache schon beherrschen, gibt es dann neben einem Crashkurs auch Informationen zur Medizingeschichte und ziemlich schnell eine Klausur. Der Rest bekommt ausschließlich Seminare zur Medizinischen Terminologie und es zieht sich alles ein wenig länger hin. Der Schein ist auf jeden Fall am Ende der Gleiche.

 

Psycholgoie, Soziologie
Dieses Fach wird von vielen Studenten als notwendiges Übel angesehen. Trotzdem sei euch der verantwortungsvolle Umgang mit der Materie wärmstens empfohlen. Nicht nur weil es im Physikum ziemlich viele Fragen dazu geben wird, sondern auch weil sich viele Erkrankungen nicht auf organische Ursachen zurückführen lassen. Die ärztliche Gesprächsführung als Teil des Faches ist ein oft vernachlässigter Bereich des späteren Medizinerlebens. Leider sind die Stunden in diesem Fach in ihrer Anzahl sehr begrenzt. Dennoch zeigen die Dozenten einem auf, was für große Lücken man doch teilweise in der Kunst der Kommunikation hat und wie hilflos man dem Patient in manchen Situationen gegenüberstehen kann. Sicher, die Umsetzung des Themas ist nicht die beste, aber nehmt aus der Psychologie einfach so viel mit, wie möglich.

 

Community Medicine
Wenn ihr versucht habt, euch über die Medizinische Fakultät hier in Greifswald zu informieren, dann seid ihr sicher auch auf den Begriff Community Medicine (CM) gestoßen, vielleicht ohne so genau zu verstehen, um was es dabei geht. Bei diesem Forschungsgebiet, für das Greifswald international bekannt ist, geht es nicht um den einzelnen Patienten, sondern um eine definierte Region. Diese wird wie ein Patient genau untersucht, um herauszufinden, wie der allgemeine Gesundheitszustand ist. Dazu wurden und werden Studien durchgeführt, die in Deutschland ebenfalls wieder einmalig sind. Im Semester wird es für euch und alle die sich interessieren, eine Ringvorlesung (verschiedene Dozenten) geben. Ebenfalls im Wintersemester finden Tutorien statt, in denen ihr euch anhand der Methode des problemorientierten Lernens (POL) mit, im Sinne der Community Medicine relevanten Krankheitsbildern, auseinandersetzt. Am Ende des Tutoriums muss eine gemeinsame Abschlussarbeit verfasst werden (also Gruppenarbeit!). Im Sommersemester findet das Praktikum CM II statt. Dort werdet ihr das erste Mal im Rahmen des Studiums Patientenkontakt haben. Dieses Praktikum ersetzt die Berufsfelderkundung, die an anderen Unis stattfindet.

weitere Fächer
Neben den hier kurz vorgestellten Fächern warten im Laufe der Vorklinik auf euch noch Hygiene, Biochemie und Physiologie insgesamt werden ihr so bis zum Physikum (erste Ärztliche Prüfung) 15 Scheine erwerben. Des weiteren benötigt ihr noch die Nachweise über euer Krankenpflegepraktikum (3 Monate) und den Erste-Hilfe-Kurs (z.B. als Wochenendkurs über die AG EH-MED).

 

3. & 4. Semester

Biochemie
Stell dir vor da ist ein Ei… und das wandert von deiner Hand in deinen Mund und vom Mund in den Schlund… Die Gretchenfrage: Was muss passieren damit daraus Aminosäuren für die Energiegewinnung zur Verfügung stehen?! Die Antwort: 1000 und 1 Reaktionsweg! Du stehst nicht auf Eier? Kein Problem: man kann das Spiel natürlich auch mit Steaks, Gemüse und Schokoeis spielen… Oder klären was passiert wenn man die nächste Nulldiät ansetzt…

In Vorlesung, Seminar und Praktikum bietet euch die Biochemie das Vergnügen diese Wege inklusive aller Enzyme, Hormone, Cofaktoren, prosthetischer Gruppen und Aktivatoren kennen zu lernen und zu verstehen. Hört sich nach viel Arbeit an? Ist es auch! Aber wir versprechen euch es kommet der Augenblick der Erleuchtung…

Physiologie
Wenn man in Anatomie die Schichten der Retina auswendig gelernt hat, geht es in der Physiologie darum wie eben jene Schichten mir nun dabei helfen, dass ich etwas sehe. Das WIE und das WARUM sind hier in allen Bereichen die entscheidenden Fragen! Du hast dich in den ersten beiden Semestern in der Physikvorlesung des Öfteren gefragt, wozu du dieses ganze Zeug eigentlich lernen musst? Nun – hier kommt die Antwort! Hagen Poiseulle, Weber und Fechner – das alles sind hier ganz gefragte Leute…
Begleitend zu Vorlesung und Seminar gibt es auch hier ein Praktikum. Das findet nach wie vor im schönen Karlsburg, etwa 30 Autominuten von Greifswald entfernt, statt … Schon mal in 3h 2,5 Liter gepinkelt oder 4h in einer fensterlosen schwarzen Kammer gehockt und dein Sichtfeld bestimmt? Nun denn – das Praktikum ist deine Chance!

Comments are closed.